Basmatschen* des XXI. Jahrhunderts
Seit 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann in Massenmedien Tadschikistans die Tendenz zur Revision verbrecherischer Taten und Handlungen der Basmatschen: man nannte sie “heilige Opfer, Märyrer” der Revolution, sie wurden fast Helden der Nation erklärt. Unter den Historikern entstand um diese Zeit auch die Diskussion über diese Frage: die eine Gruppe nennt sie Heimatsverräter und Volksfeinde, und die andere – Patrioten und Helden. Aber um diese Frage absolut richtig zu beantworten muss man hunderte von Unterlagen überprüfen und Belege finden.
Muhiddin Kabiri, Vorsitzender der sogenannten Organisation “Pajmoni Millat” (Das Abkommen der Nation) betonte in seinem Interview per Internet, dass er die Basmatschen als Helden der Nation kennt. Davor hatte er seine Meinung geäußert, dass heute in Tadschikistan die dritte Generation der Basmatschen lebt.
Die Menschen, die sowjetische Schulen abgeschlossen haben, fühlen zweifelsohne einen starken Hass gegen die Basmatschen. Aber schon in den 90-er Jahren hat die Meinung über die Basmatschen geändert, man versuchte aus den Basmatschen Helden gemacht. Die Realität bestand darin, dass in 20-er Jahren im Land der Bürgerkrieg dauerte. Die einen kämpfen eigene Macht zur Hand zu erhalten, die anderen – diese Macht zu ergreifen. Die Basmatschen kämpften für die Erhaltung ihrer Macht und um dieses Ziel zu erreichen. Verzichteten sie sich nicht auf gemeine Handlungen. Als Beispiel können wir den Text eines Telegramms N 353, Oktober 1919 des Kampfstabs gegen die Basmatschen im Fergana – Tal anführen: “Die Bande von Ergasch-Qurbaschi, die 800 Basmatschen zählt, terrorisiert schon zwei Tage die Bevölkerung der Regoin Kokandberaubt die Häuser und schleppt das Vieh und die geraubten Sachen in Batschkir – Festung.” Dieses Beleg stammt vom 19.Oktober 1919. Wie könnte man diese realen Tatsachen. Zum Erhalten der Macht in ihren Händen begangen die Basmatschen die schwersten Verbrechen und beraubten das eigene Volk. Dann, wie kann man sie nationale Helden nennen?
Wollen wir noch einen Beleg analysieren, der am 31. Dezember 1920 unter N 450 vom Militärkommissariat Chudschand erstellt wurde:“Die Bevölkerung (gemeint sind die Einwohner des Dorfes Sulukta) beschwert sich, „wenn Chudschand gegen die Basmatschen keine militärischen Maßnahmen trifft, dann sind wir gezwungen, an die Seite der Basmatschen überzugehen, denn sie machen uns unter Gewaltanwendung zu Mirverbrecher und wenn gegen sie Wierstand erweist, wird er beraubt, geschlagen und gepeitscht, erst dann läßt man uns in Ruhe.““
*Der Basmatsche – konterrevolutionärer Bandit während des Bürgerkrieges in 20-er Jahren vorigen Jahrhunderts in Mittelasiens.
Das ist ein kleines Beispiel, das Grausamkeiten und Brutalität der Basmatschen bezeugt. Kann man sie wegen dieser „Heldentaten“ Helden nennen?
Wenn man Archivbelege studiert, so kann man tausende von Beweisen finden.
Es sei nochmals zu betonen, die Basmatschen-Bewegung in der ganzen Region Mittelasien (oder Westturkestan nach damaliger Terminologie) angefangen hatte. An der Seite der Basmatschen standen auch die Weißgardisten – ehemalige Offiziere des Zarenrusslands. Wie läßt sich das verstehen? Eine Zeitlang bevor waren diese Offiziere an der Macht, und jetzt wurden sie zu Basmatschen – Freunden und kampfen gegen die Volksmacht. Wo ist die Logik?
Damals wurde das einfache Volk auch im Namen Islams zum falschen Weg geführt und zum Kampf und widerstand aufgerufen. Heute wiederholt sich die Geschichte.
Der einäugige Junus (Junus Burhonow) analysiert in seiner Facebookseite den Brief des letzten Emirs von Buchara Said Alimchan. Hier sei es noch eins erwähnt, das dieser Vertreter der Familie von „Saiden“ wurde unter dem Volk „Olim der Bulle“ genannt wegen seiner Stumpfheit, Boriertheit und geistigen Beschränktheit. Wenn man aus der Geschichte die Wahrheit suchen und finden will, dann ist das nicht die Aufgabe/Sache einer Gruppe oder einer politischen Partei, wenn eine reale Notwendigkeit entstanden ist, dann muss dieses Problem von den Wissenschaftlern nicht nur Tadschikistans, sondern der ganzen Zentralasien und Auslands im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchungen objektiv behandelt werden.
Wenn der Großvater bzw Urgroßvater einer Person irrtumlicherweise oder bewusst zu Basmatschenbande Verbrechen beging, ist es nicht recht, aus ihnen einen Helden zu machen. Die Rote Armee und Bolschewiken hatten auch an Ungerechtigkeiten teil genommen, aber in Bezug auf Basmatschen haben sie immer real und objektiv gehandelt, sie gerecht bestraft, so dass alles dem einfachen Volk zu Nutze war.
Weder Kabiri noch ein Politiker hat kein Recht, ohne tiefe Untersuchung diese oder jene Person, diese oder jene Gruppe zu Helden zu machen oder Heimatverräter zu erklären.
I.Rahimov